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    Nachricht vom 18.10.18 | BGMpro Leipzig

    Neue Ergonomie: Erkennen bio-psycho-sozialer Faktoren in der Arbeitswelt

    BGM-Konzepte auf der BGMpro mit ganzheitlichem Blick

    Die neue Ergonomie setzt auf mehr Beteiligung der Beschäftigten beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Darüber hinaus wird die Arbeitsumgebung ganzheitlich in den Fokus genommen, um leistungsmindernde Aspekte zu identifizieren und leistungssteigernde Faktoren auszubauen. BGM-Maßnahmen werden stärker mit individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen abgeglichen. Moderne Ansätze im BGM wie die „Neue Ergonomie“ diskutiert die neue Fachmesse mit Kongress BGMpro am 19. und 20. November 2018 im Congress Center Leipzig.

    „98 Prozent der Mitarbeiter kennen die klassischen Richtlinien zur Ergonomie am Arbeitsplatz. Aber nur wenige setzen sie tatsächlich um. Dies habe ich in über 200 Ergonomie-Workshops feststellen müssen“, berichtet Sportwissenschaftler und Präventionsberater Dr. Sven Bartosch vom Sportwissenschaftlichen Institut für Gesundheitsentwicklung und -erhaltung (SIGE), Bochum. Trotz zahlreicher ergonomischer Maßnahmen seien die Krankheitszahlen in den Unternehmen sogar leicht gestiegen. „Um einen tiefer gehenden Erfolg zu verzeichnen, muss Ergonomie mehr leisten als bisher und ganzheitlicher ansetzen. Wir wollen nicht nur weniger Krankheit, sondern in erster Linie ein Mehr an Gesundheit erzielen!“

    Im Vortrag „Neue Ergonomie – Stellen wir den Mensch in den Mittelpunkt“ am 19. November 2018 im Kongress der BGMpro präsentieren Dr. Bartosch und der Sporttherapeut Sven Adomat vom SIGE ihr Konzept einer Neuen Ergonomie: „Wir stellen diesen in der Fachwelt noch nicht so verbreiteten Ansatz zur Diskussion.“ Dabei berichten sie von ihren positiven Erfahrungen in verschiedenen Firmen.

    Keine einfachen Antworten

    Mehr- statt eindimensional lautet das Credo der neuen Ergonomie von Dr. Bartosch und Adomat. Viel zu häufig werden ihrer Ansicht nach eindimensionale biomechanische (von außen gut sichtbare) Aspekte untersucht und in den Mittelpunkt geschoben – der Mensch stehe außen vor. „Ein Beispiel ist die Einstellung des Bürostuhls nach dem Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen“, erläutert Dr. Bartosch. „Die Beratung orientiert sich am Bürostuhl, nicht selten wird dieser innerhalb weniger Minuten durch den Betriebsarzt eingestellt. Ein Kompetenzerwerb durch den Mitarbeiter findet hier nicht statt. Darüber hinaus ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Mitarbeiter sich deutlich mehr bewegen müssten.“

    Die mehrdimensionale Ergonomie erweitere das Verständnis durch die Erkenntnis des Wechselspiels von biologischen, psychischen und sozialen Aspekten in der Arbeitswelt, so Dr. Bartosch. Ein solches Vorgehen erfordere „eine Menge Fingerspitzengefühl“. Dieses Wechselspiel lasse sich nicht durch eine einfache Beobachtung von Arbeitsabläufen oder starren Positionen erfassen und nachvollziehen: „Um dies zu erreichen, müssen wir mit dem Mitarbeiter in Kontakt treten, um die bio-psycho-sozialen Beanspruchungsfaktoren zu erkennen, die auf den Menschen wirken.“ Diese Faktoren würden gemeinsam mit den Mitarbeitern auf Kausalzusammenhänge überprüft, priorisiert und dann gesondert der Geschäftsführung vorgestellt. Ebenso wichtig sei ein Feedback an die Mitarbeiter.

    Die gesundheitsbedingenden Faktoren seien dabei vielfältig und böten häufig auch „Konfliktpotenzial“, betont Dr. Bartosch: „In der Literatur werden über 100 Faktoren beschrieben, die auf die Mitarbeiter in der Arbeitswelt wirken.“ Neben dem Betriebsklima seien das Kommunikations- und Führungsverhalten ebenfalls wichtige und zu berücksichtigende Einflüsse, die von Ergonomieberatern nicht immer als ergonomische Faktoren verstanden würden.

    Mehr Bewegung am Arbeitsplatz

    Auch kleine, regelmäßig und direkt am Arbeitsplatz durchgeführte Übungen können laut Dr. Bartosch schon eine Menge bewirken. „Die Durchführung von Bewegungselementen ein- oder zweimal am Tag ist ein guter Anfang, es muss jedoch noch mehr Dynamik her!“ Hierbei verweist er auf das „moving“-Bewegungskonzept mit vier langsamen, sanften Bewegungen für die Wirbelsäule, das sich in den Arbeitsalltag integrieren lasse.

    „Letztlich müssen die kulturellen Rahmenbedingungen stimmen, damit sich die Mitarbeiter mehr bewegen. Es darf nicht peinlich sein, wenn sie kurze Pausen einlegen und etwas für ihre Gesundheit tun“, sagt Dr. Bartosch. Bei allen Beteiligten müsse ebenso ein Wandel in der Aufmerksamkeit und Sensibilität erfolgen. Nicht zuletzt kann ein kultureller Wandel in einer „Win-Win-Situation“ münden: „Die Mitarbeiter erkennen, dass ihrem Unternehmen das Thema wichtig ist. Nicht selten bedeutet dies auch eine höhere Bindung an das Unternehmen (Commitment) sowie eine Attraktivitätssteigerung des Unternehmens nach außen.“

    Damit BGM langfristig funktioniert sowie nachhaltig wirken kann, bilden Präventionsberater Dr. Bartosch und Sporttherapeut Adomat in den Unternehmen Multiplikatoren aus: „Diese vermitteln ihren Kollegen Kompetenzen, damit alle aus sich heraus das Thema Ergonomie und Gesundheit im Blick behalten.“ Ihre Ziele sehen die beiden Sportwissenschaftler im Aufbau weitreichender Gesundheitskompetenzen sowie der Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit: „Denn gesunde Mitarbeiter sind zufriedener, und zufriedene Mitarbeiter sind gesünder!“

    Über die BGMpro

    Erstmals treffen am 19. und 20. November 2018 Experten und Entscheider aus verschiedenen Branchen im Congress Center Leipzig zur BGMpro zusammen, um sich über zentrale Fragen eines effizienten und erfolgreichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements auszutauschen. Das interaktive Veranstaltungsformat mit Ausstellerforum, Fachkongress, thematischen Aktionsbereichen, Workshops, Success Story und anderem mehr ermöglicht den Teilnehmern eine optimale Wissensvermittlung. Die Kongressthemen wurden gemeinsam mit einem hochkarätig besetzten Fachbeirat entwickelt; die inhaltliche Organisation des Kongresses wird zudem durch die Gesundheitsforen Leipzig GmbH unterstützt. Basierend auf einem Multi-Location-Konzept, wird die BGMpro ab 2019 neben Leipzig auch an anderen deutschen Veranstaltungsorten etabliert – beginnend mit der BGMpro Köln am 6./7. Mai 2019.

    Service-Informationen

    Veranstaltungsort: Congress Center Leipzig (CCL)

    Öffnungszeiten: 19. November 2018, 9.00 bis 17 Uhr; 20. November 2018, 9.00 bis 16.00 Uhr

    Ticketshop: www.bgmpro.de/tickets

    Preisübersicht unter: http://www.bgmpro.de/leipzig/besucher/oeffnungszeiten-preise/


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