Zur Sprachwahl
Zur Metanavigation
Zur Sucheingabe
Zur den Bannertabs
Zur Hauptnavigation
Zum Inhalt
    Nachricht vom 17.09.18 | BGMpro Leipzig

    Mehr als Rückenschule: BGM weiterdenken

    Betriebliches Gesundheitsmanagement in vielen Facetten auf der BGMpro

    Gesundheitstage, Präventionskurse oder der Obstkorb für die Mitarbeiter: Modernes Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bietet weit mehr Möglichkeiten und integriert eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen der Gesundheitsförderung in ein schlüssiges Gesamtkonzept. Fachkräftemangel, alternde Belegschaften und zunehmende Arbeitsverdichtung lassen immer mehr Unternehmen über zeitgemäße Formen des Gesundheitsmanagements nachdenken – von wertschätzender Kommunikation über Bewegungsangebote am Arbeitsplatz bis zu Hotlines zur psychologischen Betreuung. BGM in allen Spielarten steht im Zentrum der neuen Fachmesse mit Kongress BGMpro, die am 19. und 20. November 2018 im Congress Center Leipzig stattfindet.

    „BGM ist ein Querschnittsthema mit sozialen und psychischen Aspekten, das in alle unternehmerischen Bereiche hineinspielt. Jede personelle und finanzielle Entscheidung, die ein Unternehmen trifft, sollte auf Gesundheitsrelevanz geprüft werden – ob neue Möbel, neue Strukturen, Fusionen oder eine neue Personalzusammensetzung“, betont Professor Dr. Volker Nürnberg, Advisory Partner und Leiter des Fachbereichs Gesundheitswirtschaft der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. In der Podiumsdiskussion „Agilität durch Vitalität – Wie BGM zum Erfolgsfaktor im Unternehmen wird“ am 20. November 2018 im Kongress der BGMpro legt er dar, wie Firmen von BGM profitieren.

    Bedeutung von BGM wächst

    „Die Menschen sind deutlich gesundheitsbewusster geworden. In der Gesellschaft steigt der Wert der Gesundheit. Damit wächst die Bedeutung von BGM“, erklärt Prof. Nürnberg. „Durch den demografischen Wandel sind weniger Arbeitnehmer verfügbar, wir alle müssen länger arbeiten. Die Unternehmen wiederum stehen vor der Herausforderung, ihre Belegschaft fit zu erhalten.“ In den Betrieben sei ein Umdenken hinsichtlich umfassenderer und ganzheitlicher BGM-Programme nötig inklusive Training zur „wertschätzenden Kommunikation“ – schon aus Eigeninteresse: „Wer heute ein interessanter Arbeitgeber sein will, muss darlegen, was er in Sachen BGM anbietet. Sonst hat er bei der Rekrutierung von Fachkräften keine Chance.“ Zudem seien attraktive Gesundheitsangebote wesentliche Bindungsinstrumente, da man sie bei einem Firmenwechsel nicht mitnehmen könne.

    Unternehmen bei BGM im Rückstand

    Bei den Unternehmen ist das noch nicht flächendeckend angekommen: Laut der Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018“ im Auftrag der pronova BKK erhalten 67 Prozent der bundesweit befragten 1.650 Arbeitnehmer von ihrer Firma Angebote zur Gesundheitsförderung. Am häufigsten sind dies die Gesundheitsprüfung durch den Betriebsarzt, gesundes Essen in der Kantine sowie Augenuntersuchungen. Die Offerten decken die Wünsche nicht ab – so stehe der Obstkorb bei 87 Prozent der Arbeitnehmer oben auf der Wunschliste, aber nur 16 Prozent bekommen ihn.

    Systematisches, zielorientiertes BGM ist nach Angaben von Prof. Nürnberg noch seltener: „Entsprechende Programme haben in Deutschland weniger als die Hälfte der Unternehmen aufgelegt, vor allem Konzerne und Vorzeigebetriebe. Kleinere Firmen bieten eher gesundheitsfördernde Maßnahmen wie die ‚Bewegte Pause’ oder den Früchtekorb. Insgesamt gibt es enormen Handlungsbedarf.“ So schließe BGM neben der Verhaltens- auch die Verhältnisprävention ein. Ganzheitliches BGM verzahne beides. „Während die Verhaltensprävention das Gesundheitsverhalten des Arbeitnehmers betrifft – zum Beispiel, dass er sich gesund ernährt –, ist für die Verhältnisprävention der Arbeitgeber zuständig. Er muss beispielsweise entsprechendes Essen anbieten und dies motivierend kommunizieren.“

    BGM-Trends – und was nicht (mehr) funktioniert

    Neue Trends im BGM ergeben sich im Wesentlichen aus der Digitalisierung. So seien digitale Angebote für Gesundheitsinformation und -motivation im Kommen, sagt Prof. Nürnberg. Themen wie Internet- und Computerspielsucht rückten verstärkt ins Blickfeld: „Nach verschiedenen Untersuchungen gibt es in Deutschland bis zu drei Millionen Gefährdete im berufsfähigen Alter. Deshalb muss sich das BGM damit befassen.“ Bedeutsam werde außerdem das Thema „gesunder Schlaf“; hierzu gebe es immer häufiger Angebote. Dagegen sei die „gute alte Rückenschule“ out: „Gruppenübungen im Gymnastikraum bringen so gut wie gar nichts, zeigen aktuelle Studien.“ Sterile Angebote fern der Arbeitswelt seien nicht mehr zeitgemäß.

    „Die Grenzen des BGM liegen in Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. Es ist immer zu beachten, wie tief die Programme in die Privat- und Intimsphäre vordringen“, so Prof. Nürnberg. So können Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht vorschreiben, was sie essen und trinken dürfen oder wie oft sie sich bewegen müssen. BGM könne nur Angebote unterbreiten, keine „Gesundheitswunder“ vollbringen. „Viele Unternehmen adressieren zusätzlich die Familien der Belegschaft, unter anderem mit kostenfreien Partner-Accounts, mit Tipps für mehr Bewegung und Rezepten für gesunde Küche.“ In den USA bezahlten Firmen zum Teil sogar die Eheberatung: „Führt der Mitarbeiter eine gute Ehe, arbeitet er besser, so die Auffassung.“ In Deutschland gebe es von Unternehmen finanzierte Hotlines, die bei privaten Problemen oder Fragen der Kindererziehung helfen.

    Partnerschaften für erfolgreiche BGM-Maßnahmen

    Ohne Partner sei methodisch durchdachtes BGM nicht zu stemmen, zeigt sich Prof. Nürnberg überzeugt. So arbeiteten Unternehmen zum Beispiel mit Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherern zusammen. „Für kleinere Betriebe lohnen sich Kooperationsprojekte, bei denen sich mehrere Firmen zusammenschließen und gemeinsam einen Gesundheitsmanager einstellen.“

    Von der Konzeption bis zum laufenden BGM-Programm dauere es einige Monate. Den Erfolg müsse man ständig überwachen. Nach etwa zwei Jahren sollte das Programm runderneuert sowie den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. „‚Quick & dirty’ geht bei BGM nicht, da braucht man einen langen Atem, personelle und finanzielle Ressourcen – sowie die Unterstützung der Geschäftsführung“, unterstreicht BGM-Experte Nürnberg. Bei der Finanzierung ließen sich unter anderem regionale sowie EU-Fördertöpfe anzapfen und Steuerfreibeträge nutzen. „Im besten Fall kann man so über die Hälfte der Kosten finanziert bekommen.“

    BGM rechnet sich

    „BGM lohnt sich, das zeigen viele Studien. Nach zwei Jahren sieht man erste Erfolge – der Krankenstand sinkt. Zusätzlich steigt die Produktivität, wenn die Mitarbeiter fitter sind. Nach drei bis fünf Jahren sollte man das investierte Geld wieder drin haben“, berichtet Prof. Nürnberg. Dafür müsse aber zu Beginn des Projekts eine präzise Analyse der Ausgangslage sowie der Krankendaten stehen. „Doch der Krankenstand ist nicht die einzige Messlatte. Weiche Faktoren wie die Anziehungskraft als Arbeitgeber spielen im Ergebnis genauso eine Rolle.“

    Die Podiumsdiskussion „Agilität durch Vitalität – Wie BGM zum Erfolgsfaktor im Unternehmen wird“ findet am 20. November 2018, 9.50 Uhr, statt. Teilnehmer sind:

    - Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan/Hochschulbereich Gesundheit & Soziales, Direktor des Instituts für Gesundheit & Soziales (ifgs), Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Gesundheitsmanagement, FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft mbH, KCG KompetenzCentrum für Management im Gesundheits- und Sozialwesen;

    - Marion Siebert, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Stadt Berlin;

    - Dr. med. Melanie Weiss, Leiterin der Zentralen Einrichtung Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, BGM, Universitätsklinik Leipzig;

    - Prof. Dr. Volker Nürnberg, Advisory Partner und Leiter des Fachbereichs Gesundheitswirtschaft, BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

    Über die BGMpro

    Erstmals treffen am 19. und 20. November 2018 Experten und Entscheider aus verschiedenen Branchen im Congress Center Leipzig zur BGMpro zusammen, um sich über zentrale Fragen eines effizienten und erfolgreichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements auszutauschen. Das interaktive Veranstaltungsformat mit Ausstellerforum, Fachkongress, thematischen Aktionsbereichen, Workshops, Success Story und vielem mehr ermöglicht den Teilnehmern eine optimale Wissensvermittlung. Die Kongressthemen wurden gemeinsam mit einem hochkarätig besetzten Fachbeirat entwickelt; die inhaltliche Organisation des Kongresses wird zudem durch die Gesundheitsforen Leipzig GmbH unterstützt. Basierend auf einem Multi-Location-Konzept, wird die BGMpro ab 2019 neben Leipzig auch an anderen deutschen Veranstaltungsorten etabliert – beginnend mit der BGMpro Köln am 6./7. Mai 2019.

    Service-Informationen

    Veranstaltungsort:Congress Center Leipzig (CCL)

    Öffnungszeiten:19. November 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr; 20. November 2018, 9.00 bis 16.00 Uhr

    Ticketshop:www.bgmpro.de/tickets

    Preisübersicht unter:www.bgmpro.de/leipzig/besucher/oeffnungszeiten-preise


    Ansprechpartner für die Presse

    PR / Pressesprecher
    Frau Ingrid Bednarsky
    Telefon: +49 341 678 65 66
    Fax: +49 341 678 65 12
    E-Mail: i.bednarsky@leipziger-messe.de


    Downloads


    Links

    Datenschutz| Impressum| Leipziger Messe Gesellschaft mbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig © Leipziger Messe 2019. Alle Rechte vorbehalten