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    Nachricht vom 20.08.18 | BGMpro Leipzig

    Depression: Irrtümer und Fakten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

    BGMpro informiert über gesundheitsfördernde Maßnahmen bei Depression

    Psychischen Erkrankungen und hier an erster Stelle Depressionen kommt eine steigende Bedeutung bei Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung zu. So erkranken in Deutschland nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe über fünf Millionen Erwachsene in Lauf eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen Depression. Was Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) leisten kann, um betroffene Mitarbeiter zu unterstützen, zählt zu den Themen der BGMpro – eine neue Fachmesse mit Kongress, die am 19. und 20. November 2018 im Congress Center Leipzig stattfindet.

    Depressionen sorgen nicht nur für Leid bei den Betroffenen, sie spielen zudem eine große gesundheitsökonomische Rolle. Allein bei den Mitgliedern der Krankenkasse DAK-Gesundheit hatten psychische Erkrankungen, bei denen Depressionen an erster Stelle stehen, einen Anteil von 16,7 Prozent an den Arbeitsunfähigkeits(AU)-Tagen im Jahr 2017. Damit liegen sie nach den Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems an zweiter Stelle des AU-Tage-Volumens (Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2018). Doch woran zeigt sich eine depressive Erkrankung? Welche Ziele und Ansätze für unternehmensinterne gesundheitsfördernde Hilfsangebote sind realistisch? Diese Fragen diskutiert Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, am 20. November 2018 im Kongress der BGMpro in Leipzig.

    Eigenständige Erkrankung

    In seinem Vortrag „Psychische Erkrankungen und ‚Burnout’: Irrtümer und Fakten zu gesundheitsfördernden Maßnahmen in Unternehmen“ räumt Hegerl außerdem mit verbreiteten Fehlannahmen bezüglich der Krankheit auf. „Häufig wird nach wie vor nicht unterschieden zwischen einer depressiven Erkrankung und Trauer oder Befindlichkeitsstörungen als Reaktion auf Stress und Überforderung“, erklärt er. Auch hinter der „Modediagnose“ Burnout verstecke sich meist eine Depression. „Eine Depression ist eine eigenständige Erkrankung und nicht nur eine Reaktion auf schwierige Lebensumstände. Sie ist unabhängiger von äußeren Faktoren als oft angenommen.“ Deshalb sei die Hoffnung „naiv“, mit stressfreieren Arbeitsplätzen allein könne man Depressionen vorbeugen - so hilfreich und erstrebenswert eine gesunde Arbeitsumgebung im Hinblick auf andere Volkskrankheiten wie Muskel-Skelett- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch sei, so Hegerl.

    Mehr Diagnosen, nicht mehr Erkrankungen

    In den vergangenen 35 Jahren sei der Anteil psychischer Erkrankungen bei den Gründen für eine Frühberentung in Deutschland von rund neun auf gegenwärtig etwa 43 Prozent gestiegen. Trotzdem habe die Zahl der depressiven Erkrankungen nach epidemiologischen Studien nicht zugenommen: „Was erfreulicherweise zunimmt, ist die Zahl der Menschen, die Hilfe suchen, sowie die Zahl der Ärzte, die eine Depression erkennen und korrekt benennen“, erläutert Hegerl. Früher seien Depressionen noch mehr mit einem Stigma belastet gewesen und häufiger hinter Diagnosen wie Rückenschmerzen oder Tinnitus versteckt worden. „Demnach haben wir weder eine Epidemie an Depressionen, wie oft kolportiert, noch ist die Arbeitswelt eine Hauptursache für Depressionen.“ Dennoch können Unternehmen einiges tun. So tragen Faktoren wie eine offene Atmosphäre im Betrieb, Basiswissen bei Personalverantwortlichen oder sensibilisierte Kollegen dazu bei, dass depressiv erkrankte Mitarbeiter rascher den Weg in eine professionelle Behandlung finden. „In meinem Vortrag auf der BGMpro gehe ich auf typische Krankheitszeichen einer Depression wie Rückzug, übertriebene Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung, Schlaf- und Appetitstörungen ein“, kündigt Hegerl an.

    Fragen an das BGM

    „Unternehmen müssen sich bei BGM-Maßnahmen drei Fragen stellen: Erstens, soll etwas zur Stressreduktion und zum Wohlbefinden getan werden – oder auch gegen psychische Erkrankungen? Das ist nicht das Gleiche!“, unterstreicht Hegerl. „Wer etwas gegen psychische Erkrankungen tun möchte, muss sich zweitens fragen, welche der vielen psychischen Erkrankungen er meint. Alkoholabhängigkeit, Ess-, Zwangs-, Angststörungen oder Depressionen verlangen unterschiedliche Konzepte. Hier kommt man meist rasch zu dem Ergebnis, dass die Depression als häufige, schwere, aber gut therapierbare psychische Erkrankung diejenige mit dem größten Verbesserungsspielraum ist.“ Drittens sei dann zu ermitteln: Was können wir realistisch erreichen? „Ob es durch betriebliche Maßnahmen gelingt, das Auftreten von Depressionen von vornherein zu verhindern, ist fraglich. Es kann jedoch das Rückfallrisiko reduziert und insbesondere der Weg in eine rasche professionelle Behandlung geebnet und verkürzt werden.“

    Vier Bausteine im Kampf gegen Depressionen

    In Leipzig stellt Hegerl vier wesentliche Elemente des BGM in Bezug auf Depressionen vor. Zu diesen Bausteinen gehören Vorträge für die obere Führungsebene mit Basiswissen, drei- bis fünfstündige Handlungskompetenz- und Gesprächsführungsschulungen für Personalverantwortliche mit Rollenspielen sowie Informationsflyer für Mitarbeiter. Ein weiteres Element ist das sogenannte „Peer-Konzept“, das beispielsweise als kollegiale Depressionsberatung seit diesem Jahr bei der Deutschen Bahn als Pilotprojekt durchgeführt wird. „Dabei stehen Mitarbeiter, die selbst von Depressionen betroffen waren, als Ansprechpartner zur Verfügung“, berichtet Hegerl. Nicht zuletzt gebe es internetbasierte Selbstmanagement-Programme, die Betriebsärzte Betroffenen anbieten können. Eines davon sei das in elf Sprachen vorliegende iFightDepression-Tool der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

    BGM mit Lotsenfunktion

    „Wenn Personalverantwortliche und Kollegen Grundwissen zur Erkrankung Depression und ihrer Behandelbarkeit haben, dann gewinnen sie eine andere Haltung dazu“, betont Hegerl. „Missverständnisse und Kränkungen werden vermieden.“ Letztlich solle BGM eine Lotsenfunktion übernehmen: das Gespräch mit Betroffenen suchen, Adressen von Ärzten und Ansprechmöglichkeiten bereithalten und so an die richtige Stelle führen. „Besser einmal zu viel zum Hilfesuchen motivieren als einmal zu wenig“, rät Hegerl. „Durch frühzeitige Diagnose und Behandlung wird den Betroffenen viel Leid erspart. Und die Unternehmen sparen Kosten, die durch Leistungseinbußen und Krankschreibung betroffener Mitarbeiter entstehen.“

    Über die BGMpro

    Erstmals treffen am 19. und 20. November 2018 Experten und Entscheider aus verschiedenen Branchen im Congress Center Leipzig zur BGMpro zusammen, um sich über zentrale Fragen eines effizienten und erfolgreichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements auszutauschen. Das interaktive Veranstaltungsformat mit Ausstellerforum, Fachkongress, thematischen Aktionsbereichen, Workshops, Sucess Story und anderem mehr ermöglicht den Teilnehmern eine optimale Wissensvermittlung. Die Kongressthemen wurden gemeinsam mit einem hochkarätig besetzten Fachbeirat entwickelt; die inhaltliche Organisation des Kongresses wird zudem durch die Gesundheitsforen Leipzig GmbH unterstützt. Basierend auf einem Multi-Location-Konzept, wird die BGMpro ab 2019 neben Leipzig auch an anderen deutschen Veranstaltungsorten etabliert – beginnend mit der BGMpro Köln am 6./7. Mai 2019.

    Service-Informationen

    Veranstaltungsort: Congress Center Leipzig (CCL)

    Öffnungszeiten: 19. November 2018, 9.00 bis 17 Uhr

    20. November 2018, 9.00 bis 16.00 Uhr

    Ticketshop: http://www.bgmpro.de/tickets

    Preisübersicht unter: http://www.bgmpro.de/leipzig/besucher/oeffnungzeiten-preise/


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