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    Nachricht vom 12.04.19 | BGMpro Leipzig, BGMpro Köln

    Currywurst & Co? – Mehr Gesundheit in die Kantine

    BGMpro Köln beleuchtet die Rolle von Ernährung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

    „Du bist, was Du isst“, lautet ein landläufiger Spruch, der auch für die Betriebskantine gilt: Durch gesünderes Essen soll sie als BGM-Bestandteil die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter fördern. Doch die von den Unternehmen subventionierten Kantinen bringen nach wie vor häufig Currywust mit Pommes oder andere fleisch- und fettlastigen Gerichte auf die Mittagstische. „Currywurst & Co. führen zu einem negativen ROI (Return on Investment) für den Unternehmer. Warum stehen sie immer noch ganz oben auf den Hitlisten? – Wirklich nur, weil sie gut schmecken?“, fragen deshalb Christian Feist, Inhaber von GESOCA Kantinen gesund fördern, und Patrick Auer, Leiter der Betriebsgastronomie der Versicherungskammer Bayern, auf der BGMpro Köln. Die Kongressmesse für Betriebliches Gesundheitsmanagement findet am 6. und 7. Mai 2019 in der Event-Location XPOST statt.

    „Viele Caterer betrachten sich als klassische Gastronomen und sind froh, wenn sie mit zufriedenen Kunden in ihrem Kasino Geld verdienen. Wie gesund die Speisen sind, ist dabei weniger wichtig. Angeboten wird, was sich finanziell lohnt und beim Publikum beliebt ist“, erklärt Christian Feist. Der Koch und Hotelbetriebswirt kennt durch seine unterschiedlichen Managementpositionen die Gemeinschaftsgastronomie sehr gut und hat ein Bewertungssystem entwickelt, bei dem Caterer nur Subventionen erhalten, wenn sie gesunde Gerichte nicht nur anbieten, sondern tatsächlich verkaufen.

    Gastronomische Ampel als Leitsystem

    Basis ist eine an der Hochschule Niederrhein entwickelte Gastronomische Ampel (GAS), die Rezepturen bzw. Lebensmittel nach Inhaltsstoffen, Fertigung und Frische qualitativ bewertet und klassifiziert. „Grün bedeutet: Jederzeit eine gute Wahl. Gelb heißt: ab und an genießen. Rot legt nur gelegentlichen Verzehr nahe – das kann dann mal die Currywurst sein. Damit erhalten Caterer und Gäste ein praktisches Orientierungs- und Leitsystem, das den ernährungsphysiologischen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE folgt“, so Feist. Auf der BGMpro erläutert er gemeinsam mit Betriebsgastronomie-Leiter Auer – einem Anwender des Konzepts –, wie mittels dieser Grundlage der gesundheitliche Mehrwert einer Betriebsgastronomie ökonomisch messbar wird.

    Rote Hitliste

    „Bislang stehen Schnitzel, Pommes Frites und Currywurst ganz oben auf der Hitliste in den Kantinen. So sind 36 Prozent der Essen, die in Verwaltungsbetrieben über den Tresen gehen, laut unserer Ampel rot“, hat Christian Feist beobachtet. „Rotes“ Essen sei für Caterer bisher attraktiv: „Für Currywurst braucht man nicht viel Handwerk in der Küche, man muss keine Werbung machen oder die Gerichte an der Essensausgabe mit positiven Erläuterungen – sogenanntem Storytelling – an die Kunden bringen.“ Die Subventionierung „roten“, ungesünderen Essens sei aber letztlich ein negativer ROI für das Unternehmen.

    Gesundheitskennziffer als Grundlage für Subvention

    „Deshalb haben wir mit der Gesundheitskennziffer ein Controlling-Instrument entwickelt, mit dem sich die Dimension Gesundheit messen, finanziell bewerten und somit in das Geschäftsmodell des Caterers einbauen lässt“, unterstreicht Feist. „Verkaufte ‚rote’ Essen werden beispielsweise mit null Punkten berechnet, verkaufte ‚grüne’ Gerichte mit zwei.“ Je mehr „grüne“ Gerichte verkauft werden, desto höher ist die Gesamtzahl – und damit der gesundheitliche Mehrwert der Kantine. Daran orientieren sich zu guter Letzt die Subventionen. „Wir richten uns klar nach den Verkaufszahlen. Somit wird der Caterer motiviert, beliebte Gerichte gesundheitsförderlicher herzustellen und gesunde Gerichte so zuzubereiten und zu präsentieren, dass sie schmecken und bei den Leuten gut ankommen. Dabei arbeiten wir nicht mit Verboten. Es geht um eine neue Verantwortung, die der Caterer übernehmen sollte. Er muss sich für das Ernährungsverhalten seiner Gäste verantwortlich fühlen.“

    Gesundheit dürfe aber weder Wirtschaftlichkeit noch Attraktivität aushebeln: „Den Gast führen und verführen“, nennt Feist das. „Schlussendlich macht der Caterer ein gutes Geschäft, wenn Gast und Unternehmen zufrieden sind sowie das Essen gesünder ist. Also Geld verdienen und zur Gesundheit beitragen.“

    Der Vortrag von Christian Feist und Patrick Auer steht am 6. Mai, 13.00 Uhr, auf dem Programm der BGMpro Köln.


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